Presse 2006
Bei der Gemeinschaftssitzung kommt
keiner zu kurz
Küzengarde und "Me brängen et fädig" feiern in der CJD-Aula in
Königswinter - Gedenken an Ottmar Rinschede

Königswinter. (duh) Dass Karneval nur Spaß macht, wenn man mit anderen
feiert, wird den Jecken bereits mit in die Wiege gelegt.
Zum dritten Mal hielten sich auch die Karnevalsgesellschaften
"Me brängen et fädig" aus Niederdollendorf und die Küzengarde aus
Oberdollendorf an diese Lebensweisheit und veranstalteten in der Aula der
Jugenddorf-Christophorusschule ihre Gemeinschaftssitzung.
Das unbeschwerte Feiern fiel dabei sicherlich vielen schwer, wie auch
Sitzungspräsident Fritz Wenzel von der Küzengarde in seiner Einleitung zugab:
"Wie Ihr seht, stehe ich heute allein als Präsident hier oben, denn am
Donnerstag mussten wir leider den Ottmar zu Grabe tragen."
Ottmar Rinschede, Vorsitzender und Präsident der KG "Me brängen et
fädig", war eine Woche vor der Sitzung überraschend verstorben. Die
Veranstaltung deshalb abzusagen, kam für die Gesellschaften nicht in Frage, wie
Rainer vorn Hüls, Literat der Niederdollendorfer KG, klar stellt: "Es wäre
sicherlich im Sinne von Ottmar, der am Elften im Elften geboren wurde, wenn wir
heute feiern."
Stattdessen wollten die Karnevalisten dem Verstorbenen mit einem gelungenen
Abend zeigen, dass sie in Gedanken bei ihm sind. Das Publikum gedachte seiner
mit lang anhaltendem Applaus.
Im Verlauf des Abends sollte sich die Stimmung dann als gewohnt jeck erweisen.
Vorn Hüls zeigte sich zufrieden mit dem Kartenverkauf in der gut besuchten
Aula, auch wenn diese nicht so voll war, wie es bei den großen Sitzungen der
Königswinterer Gesellschaften der Fall ist.
Dennoch hat sich die Kooperation beider KGs, die allein nicht so viele Besucher
locken würden, gelohnt. Einige Narren schossen mit den in Mode gekommenen
Spaghetti aus der Sprühdose um sich und hatten dabei sichtlich Spaß.
Den hatten die Besucher auch mit Musikgruppen wie den "Kribbelköpp"
und den "Bönnsche", dem Siebengebirgsprinzenpaar Dieter I. und Marion
I., Büttenrednern wie "De bonte Pitter" und dem Beueler
Stadtsoldaten-Corps "Rot-Blau 1936", das in diesem Jahr sein
70-jähriges Bestehen feiert.
Die Beueler hatten den Elferrat gleich zu Beginn beim Einmarsch begleitet, was
diesen jedoch nicht daran hinderte, nach der Pause noch mal in neuer Besetzung
einzuziehen. Während vor der Pause sechs Mitglieder der Küzengarde im Elferrat
saßen und nur fünf von "Me brängen et fädig", war das Verhältnis im
zweiten Teil der Sitzung umgekehrt. Bei einer Gemeinschaftssitzung soll eben
keiner zu kurz kommen.
(12.02.2006)
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